#LoveWritingChallenge: Über POVs

(das ist das gestrige Thema, mit dem ich lässig verberge, dass ich zum heutigen nichts zu sagen habe)

5. POVs aka Points of View

Was die Sichtweisen, aus denen ich schreibe, betrifft, habe ich vor dem Schreiben meist noch keinen Plan – ich schaue spontan, was aus mir herauskommt, und wenn es gut klappt, bleibe ich dabei. Ab und an überlege ich auch vorher, mit welchem POV ich eine bestimmte Wirkung erziehen könnte, aber im Großen und Ganzen schreibe ich in der Regel sehr unüberlegt drauflos.

Die Sichtweisen, die ich am häufigsten verwende, sind die eines personalen oder auktorialen Erzählers. Oftmals wechsle ich auch innerhalb eines Textes hin und her, und zwar nicht pro Kapitel, sondern innerhalb weniger Absätze. Ich mag so etwas ganz gerne – lesefreundlich ist das natürlich nicht, und ich wurde dafür auch schon recht häufig kritisiert, aber dazu muss ich dann sagen, dass ich, auch wenn ich fast alle meine Texte online Stelle, dann doch in erster Linie für mein eigenes Vergnügen schreibe und nicht für das Verständnis der Leser*innen.

Seltener schreibe ich in der ersten Person Singular. Ich lese es selbst nicht sonderlich gerne, und mag es auch beim Schreiben nicht wirklich, an das Wissen und Vokabular nur einer einzigen Person gefesselt zu sein.

Ich sage zwar immer von mir, dass ich schreibtechnisch alles mal ausprobieren möchte, aber eine Grenze gibt es dann doch: die Du-Perspektive. (Das sage ich jetzt noch, wer weiß, zu was ich noch inspiriert werde.)

 

 

 

 

 

 

Advertisements

#LoveWritingChallenge: Ein männlicher Charakter

Hier entscheide ich mich für Jonathan. Ich mache selten sehr ausführliche Charakterkonzepte bevor ich zu Schreiben beginne, doch hier hatte ich ausnahmsweise mal einen Charakter, bevor ich eine Geschichte zu ihm hatte. Jonathan habe ich nämlich für ein RPG entwickelt, an dem ich dann doch nicht mehr teilnahm, da mir rechtzeitig bewusst wurde, dass ich schon zu viele RPGs begonnen und nie weitergemacht habe, da mich nach spätestens zwei Wochen immer die Lust verlässt, und ich meine Mitspieler*innen enttäuschen muss.

Auch ansonsten unterscheidet sich Jonathan von einem Großteil meiner anderen Charaktere – er ist nämlich ein Kind/Jugendlicher (13 Jahre alt), und im Gegensatz zu der gestern vorgestellten Freddie, begleite ich ihn auch nicht bis ins Erwachsenenleben. Er gehört zu einer Geschichte, die den Arbeitstitel Der Schrei der Vögel lang schon tot trägt, eine leicht abgewandelte Zeile aus ASPs Die Ruhe vor dem Sturm [Youtube-Link zum Lied]. Es ist eine Jugend-Dystopie, da weder Jugendbücher noch Dystopien zu meinem favorisierten Genre zählen wollte ich hier mal wieder etwas gänzlich neues ausprobieren.

Jonathan ist sehr klein und dürr und sieht jung aus für sein Alter. Er ist eines dieser übertrieben intelligenten Kinder, die manchmal in Büchern/Filmen vorkommen, und mir ob der Klischeehaftigkeit schon öfters mal ein Augenrollen entlockten – außer natürlich, ich schreibe sie selber. 😉
Er interessiert sich hauptsächlich für Naturwissenschaften und hier hauptsächlich für Meeresbiologie. Zum Glück wohnt er nahe am Meer, dort, und im örtlichen Naturkundemuseum verbringt er auch den Großteil seiner Freizeit.

Er hat nicht viele Freunde. Unter Mitschüler*innen ist er als Streber verschrien und auch die meisten Erwachsenen mögen ihn nicht, da er kein Blatt vor den Mund nimmt und auch sonst viel zu viel redet. Auch wenn er gerne so tut, als würde er über all dem drüber stehen, macht es ihn durchaus traurig. Er mag Menschen an sich, sieht aber nicht ein, sich zu verstellen, um anerkannt zu werden, ganz abgesehen davon, dass er sich auch nicht ganz sicher ist, wie er es den anstellen sollte, weniger nervig zu sein. Er hat aber eine beste Freundin und einen besten (Brief-)Freund, der schon vor Beginn der Geschichte weggezogen ist. Sein Außenseiterstatus ist eigentlich ein größeres Problem für seine Eltern, die sich oft wünschen, er wäre „normaler“ und sozialer, vor allem seine Mutter hat diesbezüglich schon unangenehme Gespräche mit ihm geführt.

Doch ansonsten ist er ganz glücklich mit seinem Leben. Sein einziger brennender Wunsch ist, dass ihm seine Eltern endlich ein Haustier erlauben. Bis dann der dystopische Aspekt beginnt, natürlich … 😀

CAM00613
Dieses Bild passt zu der Stimmung der Geschichte. Wenn man sich die Lippenstiftspuren wegdenkt und so tut, als wäre das im Becher eine heiße Schokolade, könnte das auch Jonathans Becher sein.

#LoveWritingChallenge Tag 1-3

Über Irinas Blog bin ich auf die #LoveWritingChallenge, die von Katie Kling und Kristina ausgerichtet wird, gestoßen. Ursprünglich hatte ich ja vor, diesen Blog nur für meine fiktionalen Texte zu nutzen, aber da ich hier ja schon seit Ewigkeiten nichts mehr hochgeladen habe, wirkt so ein wenig Schreiben übers Schreiben der Blogflaute vielleicht etwas entgegen.

In dieser Challenge geht es darum, den Mai hindurch jeden Tag zu vorgegebenen Themen etwas über das eigene Schreiben zu erzählen. Die erste Woche der Challenge dreht sich voll und ganz um die Charaktere. Da ich erst am dritten Tag einsteige, beantworte ich auch gleich drei Vorgaben auf ein Mal:

  1. Ein weiblicher Charakter

Hier entscheide ich mich für Freddie. Wie lautet ihr voller Name? Ich weiß es noch nicht! Werde ich mich vielleicht für einen anderen Namen entscheiden? Es steht zu vermuten. Aber jetzt heißt sie Freddie und das ist in Ordnung so.

Auf meinem Inspirations-Tumblr (den ich durchaus öfter updaten könnte) habe ich ein paar Bilder mit ihrem Namen getagged. Bisher verraten die nicht viel – dass ich Gänseblümchen mit ihr assoziiere und dass sie Tiere mag. Sie liebt die Natur und kann sich stundenlang damit beschäftigen, im Garten nach interessanten Pflanzen und Insekten zu suchen. Zumindest, als sie noch ein Kind ist, später bleibt dann leider weniger Zeit, sich mit solchen Dingen zu befassen. Sie gehört zu einem langen Roman, der noch hauptsächlich in der Planungsphase ist. Auf Tumblr tagge ich ihn noch mit WWWW, was keine Extrem-Version des World-Wide Web ist, sondern für Wir waren wie Wölfe steht, doch je mehr ich die Schwerpunkte des Inhalts hin- und herwälze, desto weniger passt der Titel. Fest steht, dass der Text die Geschichte einer Großfamilie über mehrere Generationen hinweg beleuchten soll. Freddie ist Ende der Neunziger geboren, und während sie aufwächst ist die Familie schon sehr im Zerbrechen begriffen. Trotz dieser unterschwellig aggressiven, teils sogar gewalttätigen Stimmung die herrscht, steht Freddie treu, wahrscheinlich sogar zu treu zu ihrer Kernfamilie. Sie ist ein gutherziger Mensch, der langsam lernen muss, sich von den Menschen, mit denen sie aufgewachsen ist, abzugrenzen.

  1. Namensfindung

Über dieses Thema zu schreiben fällt mir schwer, paradoxerweise, da Namensfindung bei mir eigentlich kein großes Thema ist. Mir ist schon häufiger aufgefallen, wenn ich Texte über das Schreiben laß, oder mich mit Freund*innen darüber unterhielt, dass ich weniger emotional zu meinen Charakteren stehe und mit größerem Pragmatismus an diese herangehe, was sich vor allem in der Namenswahl wiederspiegelt. Ich habe nur selten starke emotionale Reaktionen Namen gegenüber, sie bedeuten mir so wenig, dass ich oftmals Texte schreibe, in denen ich quasi „Wegwerfnamen“ einsetze. Eine Zeit lang habe ich zum Beispiel alle männlichen Charaktere im ersten Durchgang „Kurt“ genannt, entsprechend dann „Kurt II“, „Kurt III“, je nachdem, wie viele Männer eben vorkamen. Beim Editieren habe ich dann jedem einen richtigen Namen verpasst, aber ich wollte mich beim ersten Durchgang nicht von so etwas (für mich) Nebensächlichem wie Namen aufhalten lassen.

Diese ziemlich lockere Einstellung Namen gegenüber hat natürlich auch negative Seiten, so wurde ich schon ein paar Mal darauf aufmerksam gemacht, mitten im Text Namen geändert zu haben. Das kann passieren, wenn Namen keinerlei starke Assoziationen hervorrufen …

Sehr selten passiert es doch, dass mir ein Name zugeflogen kommt, der für mich dann intensiv mit einer Figur verknüpft ist, aber wie gesagt, das ist selten. Dies soll aber wohlgemerkt keine mangelnde Wertschätzung meiner Figuren darstellen, es geht mir im echten Leben ganz genauso – ich kann jahrelang eng mit jemandem befreundet sein und mir rutschen dennoch immer wieder zufällige falsche Namen heraus! 😀

Kreativ werde ich also bei den Namen eher selten – da ich aber in der Regel Texte schreibe, die in der realen Welt spielen, wäre das zumeist auch nicht sonderlich angemessen. Ich achte darauf, ob die Namen der jeweiligen Epoche und dem Kulturraum angemessen sind, aber ansonsten habe ich da keine ausgeklügelten Wege zur Namensfindung. Ich browse vielleicht gedanklich kurz durch eine Liste von Bekannten oder Bekannten von Bekannten oder Zweitnamen von Bekannten oder Namen, die mir von Briefumschlägen, Anwesenheitslisten in der Uni, oder Fernsehserien im Kopf hängen geblieben sind.

  1. Zitat eines Charakters

„Masturbation! Es ist eine Metapher für Masturbation!“

Das war Steven. Er ist unerträglich und nervig und ein unglaubliches Vergnügen, zu schreiben. (Und er heißt so, weil ich mich darüber amüsierte, dass ungefähr 90% meines männlichen Bekanntenkreises Stephan oder Stefan heißt. Die sind aber alle netter und brüllen nichts von Selbstbefriedigung durch öffentliche Räume.)

Aus meinem ersten Versuch eines Krimis – ziemlich gemütlich und herbstlich (vom Mord natürlich abgesehen) und wird vielleiiicht sogar im Oktober diesen Jahres fertig.